"Virtual Landscapes" - ein Beitrag des Deutschen Fotografen Dieter Seitz auf der Photo Beijing 2016

16.10.2016 - 23.10.2016

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Die Arbeit ist auch als Ergebnis eines "künstlerischen Dreisprungs" zwischen Berlin, Astana und Peking zu interpretieren. Was zeigen uns die Bilder dieses deutschen Fotografen, aufgenommen in Kasachstan, auf halber Strecke nach China, und jetzt hier ausgestellt?

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Die Serie Virtual Landscapes erzählt eine Art Comeback Story: Von der Natur, die aus der Weite des Landes zurückkehrt in die Straßen der Cities Kasachstans. Die früher sichtbaren Blechwände sind heute weitgehend hinter Naturkulissen verschwunden, die in einem quasi verkehrten Potemkinschen Projekt nun zum Element einer Neuinszenierung des Urbanen werden.

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Die Naturästhetik hat dabei verschiedene Funktionen: So erinnert sie an die ländliche Tradition der kasachischen Gesellschaft; sie trennt auf symbolische Weise das Private vom Öffentlichen usw. Diese neuen Artefakte der Stadtgestaltung unterliegen selbst laufender Veränderung oder verschwinden, um woanders in veränderter Form wieder aufzutauchen. Das Vorübergehende und Vergängliche vor oder neben dem fest gegossenen Beton der modernen Stadt verleiht dem Phänomen einen zusätzlichen Reiz.

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Die Serie Virtual Landscapes zeigt, wie Fiktion und Wirklichkeit sich in dieser Szenerie verschränken. Zugleich aber treiben die Bilder diese Interaktion mit Mitteln der Fotografie weiter und machen sie zu einem Vexierspiel der Erscheinungsebenen: Oft ist im einzelnen Bild nicht mehr unmittelbar erkennbar, was reale Welt und was Inszenierung oder Abbild von Natur ist. Die Grenzen zwischen Realität und fiktivem, virtuellem Raum verschwimmen. Die Bilder bieten somit nicht "die eine" Sicht der Dinge. Was allein schon deswegen gilt, weil individuelle Erfahrung und kultureller Hintergrund den Blick eines jeden Betrachters lenken. Auch von daher können wir gespannt sein, wie die Bilder auf das Publikum in China wirken werden.  

Die Ausstellung ist vom 16. bis 23. Oktober in den Hallen am Millennium Monument zu sehen.

 Bild vergrößern (© ifa) Die Teilnahme Herrn Seitz an der Photo Beijing 2016 wird durch das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) unterstützt.