JiaMuSi, Provinz HeiLongJiang – Chinas nordöstlichste Stadt

Auf Einladung der Stadtregierung stattete Generalkonsul Kreutzberger der nordöstlichsten Stadt Chinas, JiaMuSi, vom 09. bis 11. August 2016 einen Gegenbesuch ab. Vize-Bürgermeister CHEN DaiWen hatte diese Einladung im März bei seinem Besuch im Generalkonsulat ShenYang ausgesprochen.

Kreutzberger mit Vize-Bürgermeister CHEN und den Leitern des Außenamtes Bild vergrößern Kreutzberger mit Vize-Bürgermeister CHEN und den Leitern des Außenamtes (© GK Shenyang)
Ein Besuch von Staatspräsident XI JinPing im Mai 2016 nach JiaMuSi hat die Aufmerksamkeit des diplomatischen Corps auf die Region gelenkt, die am Zusammenfluss von Amur (HeiLongJiang) und Usuri sowie auf der gegenüberliegenden Flussseite von Chabarovsk liegt.


Durch „HeiTu“ (Schwarze Erde), ein äußerst fruchtbarer Boden, die die hunderte Kilometer weite Flachebene von JiaMuSi bildet, ist die Wirtschaft der Stadt von Landwirtschaft und der dazugehörenden Maschinenindustrie geprägt. Auf diesem Boden wächst der FuJin-Reis, eine in China bekannte und äußerst schmackhaft Sorte (eine Ernte pro Jahr).


Neben Landwirtschaft tragen der chinesisch-russische Grenzhandel und der von der Provinz geförderte Tourismus zum Einkommen der Stadt bei. Am Zusammenfluss von Amur und dem SongHua-Fluss, der die Pronvinzen JiLin und HeiLongJiang durchquert, liegt die Grenzstadt TongJiang. Ein kürzlich renoviertes Zollhaus aus 1905 – heute Museum – zeigt die Geschichte des frühen Grenzhandels auf.
Zollhaus in TongJiang 1905 Bild vergrößern Zollhaus in TongJiang 1905 (© GK Shenyang)
Bis dato wurde der grenzüberschreitende Verkehr und Handel durch Schiffsverkehr getätigt. Nunmehr befindet sich eine Brücke im Bau, die 2018 fertiggestellt werden soll. Eine weitere Brückenverbindung zwischen FuYuan und Chabarovsk für den „kleinen“ Grenzverkehr ist im Gespräch.


Touristisch warten viele Feuchtlandschaften im Gebiet der Schwarzen Erde auf Besucher für Bootsfahrten, Wanderungen und Vogelbeobachtung. Kreutzberger besuchte die Feuchtlandschaft von FuJin, deren Rehabilitierung durch einen Kredit der KfW mitfinanziert wird.


Die Bewohner der Region waren im 19. Jahrhundert unter westlichen Abenteurern und Spionen als die „Fischhaut-Tartaren“ bekannt. Sie ernährten sich nicht allein von – am liebsten rohem – Fisch, sondern nutzten deren Haut zur Herstellung von Kleidung und anderen Nutzgegenständen im Haushalt. Die Nachfahren werden heute die HeZhe-Minorität genannt – eine der kleinsten Minoritäten Chinas.

Kreutzberger mit Museumsleiterin der HeZhe-Minorität Bild vergrößern Kreutzberger mit Museumsleiterin der HeZhe-Minorität (© GK Shenyang)
Das HeZhe-Minoritäten Museum in TongJiang führt durch Geschichte, Kultur und Tradition dieser Volksgruppe. Die Leitung durch das Museum übernahm eine Angehörige der HeZhe.