Berufsbildung im Zentrum des Transformationsprozesses von DongBei

Unter Leitung von Landesdirektor Oliver Auge besuchte eine giz-Delegation drei von vier Pilotstädte für Berufsbildung in LiaoNing, ShenYang, AnShan und PanJin, die Beratung suchen für die Einführung des deutschen dualen Bildungssystems. Beratungsbedarf gibt es bei mannigfachen Aspekten wie rechtliche Verankerung, organisatorische Aufstellung, Finanzierung, Ausbildung der Lehrkräfte, Lehrpläne, Anerkennung des Abschlusses etc., die nicht eins zu eins von Deutschland übernommen werden können, dennoch in Richtung einer qualifizierten Ausbildung von fachspezifischen Arbeitskräften führen sollen. Ein Mangel an ausgebildeten Arbeitskräften steht nicht nur mit an oberster Stelle der Gravamina von deutschen Investoren in China, sondern stellt in zunehmendem Maße auch eine Hürde für chinesische Unternehmen dar, Produkte von Weltklasse zu entwickeln und zu produzieren.

giz-Delegation unter Leitung von Landesdirektor Auge mit AnShan Vize-BM WANG ZhongZhe Bild vergrößern giz-Delegation unter Leitung von Landesdirektor Auge mit AnShan Vize-BM WANG ZhongZhe (© ZHANG SheCan)
Der Nordosten Chinas steckt in einer tiefen Strukturreform seiner Wirtschaft, was aber auch Änderungen in Bezug auf die Bedeutung des Marktes und des individuellen Konsumenten, der Strukturierung von Staat und Gesellschaft mit sich bringt. Die politische Führung hat Berufsbildung als ein Herzstück der Strukturreform erkannt, und sucht gerade wegen des Erfolges der dualen Ausbildung in Deutschland den Seitenschluss mit deutschen Unternehmen und speziellen Beratern, die aus Erfahrung im Reformprozess mitdenken können.


Die giz ist seit 24 Jahren in Chinas Nordosten tätig, hier bei chinesischen Spezialisten und Fachpersonal wohl bekannt, und ein professioneller Kenner der Vermittlung des deutschen Berufsbildungs-Systems. Generalkonsul Peter Kreutzberger begleitete die giz-Delegation auf ihren drei Stationen, wo die deutsche Seite von Vertretern der lokalen Behörden für Berufsbildung unter Leitung der zuständigen Vize-Bürgermeister empfangen wurden. Dabei wurden die bereits bestehenden Berufsbildungszentren in AnShan und PanJin besichtigt und über deren Aus- und Aufbau gesprochen. Im Stadtteil TieXi der Stadt ShenYang, wo die chinesische Seite recht erfolgreich einen Deutsch-Chinesischen Industriepark aufzieht, soll in den nächsten Jahren ein solches Ausbildungszentrum errichtet werden.

Generalkonsul mit PanJing Vize-BM PAN YuanSong vor dem „Roten Wattenmeer" Bild vergrößern Generalkonsul mit PanJing Vize-BM PAN YuanSong vor dem „Roten Wattenmeer" (© ZHANG SheCan)
Bei den angedachten Projekten handelt es sich nicht um traditionelle Projekte der deutschen Entwicklungshilfe, sondern um Projekte in rein chinesischer Verantwortung, die vom Auftraggeber selber finanziert werden.